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Ein Kultbuch, das polarisiert
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Der Struwwelpeter: Lustige Geschichten und drollige Bilder für Kinder von 3 bis 6 Jahren (Gebundene Ausgabe) Dieses Buch verstößt ganz sicherlich gegen alle Regeln der politischen Korrektheit. Alleine deshalb gefällt es mir als Erwachsener im 21. Jahrhundert ganz besonders gut! Aber auch als Kind zählte es zu meinen Lieblingsbüchern und die Geschichten waren unterhaltsam, einprägsam, lehrreich und riefen bei mir sicherlich keine Angstzustände oder ähnliches hervor.
Die meisten Rezensenten scheinen sich einige darüber, dass das Buch als historisches Werk deutscher Literatur, das nicht nur näheren Aufschluss über seine Entstehungszeit und deren Mentalität gibt, sondern auch sehr unterhaltsam für Erwachsene ist, als sehr gut einzustufen ist. Diesem Eindruck schließe ich mich vollkommen an.
Ob es als Kinderbuch heute geeignet ist, ist natürlich eine schwierige Frage. Obwohl ich persönlich als Kind ausschließlich positive Erfahrungen mit dem Buch gemacht habe, schließe ich natürlich nicht aus, dass es bei anderen tatsächlich negativ aufgenommen werden kann. Jedoch halte ich, falls es wirklich dazu kommt, ein paar in ihrer Anzahl begrenzte Albträume für wesentlich wahrscheinlicher als tatsächliche nachhaltige psychische Schädidung. Meiner persönlichen Meinung nach ist die größte Gefahr, die Kindern in der heutigen Zeit droht, nicht die Möglichkeit von ein oder zwei Albträumen, sondern das konsequente Erziehen in einer rosa behüteten Scheinwelt in der es absolut kein Unheil gibt. Da dies nicht der Realität entspricht, muss das früher oder später zur Katastrophe führen.
Natürlich ist es klar, dass das Buch im 19. Jahrhundert geschrieben wurde, und daher der Autor nicht über neueste wissenschaftliche Erkenntnisse verfügen konnte. Daher muss jeder Elternteil selbst wissen, ob er dies seinem Kind zumuten will. Persönlich halte ich die Geschichten aber für sogar sehr gut für die Erziehung von Kindern geeignet. Die vielzitierte "Rohrstockpädagogik" kommt selten bis gar nicht zum Einsatz. Es gibt keine Geschichte in der Eltern ihre Kinder wegen Ungehorsams verprügeln. Was es hingegen gibt, sind drastische Konsequenzen für Fehlverhalten, die aber nicht von den Eltern herbeigeführt werden, sondern ganz einfach reale Folgen von Handlungen sind. Manche Folgen haben in der Realität drastische Konsequenzen und das wird Kindern mit diesen Geschichten erklärt und durch diese Geschichten können sie das auch durchaus begreifen. Die beste Methode, damit ein Kind 'falsches' Verhalten nicht ergreift, ist, wenn es begreift warum dieses Verhalten falsch ist. Zugegebenermaßen ist hier die 'Die Geschichte vom Daumenlutscher' sicherlich eine Ausnahme und ich erkenne nicht den pädagogischen Wert darin, dass man einem Kind sagt, dass da einfach irgendein Schneider kommt, der ihm die Finger abschneidet. Unterhaltswert und/oder Gruselfaktor kann es aber durchaus bieten. Bei den meisten anderen Geschichten werden den Kindern einfach reale Konsequenzen von bestimmten Handeln aufgezeigt. Wer mit Streichhölzern spielt kann verbrennen. Das ist nicht das Erfinden eines schwarzen bösen Mannes damit das Kind aus Angst dieses Handeln nicht ausführt, sondern die Realität. Das ist die reale Konsequenz. Sie ist drastisch, aber das ist die Realität. Wenn man einen Brand auslöst, dann kommt nicht ein rosa Winnie Puh geflogen und bläst das Feuer mit Zauberpuste aus und nichts passiert, nein, man kann verbrennen - das ist die Realität. Und diese Realität verstehen Kinder auch und es kann nur positiv sein, wenn sie die Realität begreifen wie sie ist und sie nicht in einer abgeschirmten behüteten Welt heranwachsen, die es ihnen verunmöglicht später mit ihrem Leben zurechtzukommen. Wer in die Luft schaut, wird irgendwo dagegenlaufen (das kann drastische Folgen haben) Wer nichts isst, der schadet seiner Gesundheit (brandaktuelle - Grüße an 'Germany's Next Top Model') 'Die Geschichte von den schwarzen Buben' - bringt bereits Kindern Toleranz bei mit Mitteln, die sie verstehen.
Kurz gesagt: ich finde das Buch hervorragend, aber es ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Aber bitte hören wir doch auf es zu dämonisieren.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 7. Juli 2009 | | | | | | | |
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